Mit Chemie assoziieren die meisten Menschen eine spezielle Wissenschaft fern ihrer eigenen Lebenswelt, die im besten Fall mit ihren synthetischen Produkten die Lebensqualität erhöht bzw. im ungünstigsten Fall ökologische und gesundheitliche Schäden hervorruft. Dabei wird vergessen, dass die Chemie die einzige Wissenschaft ist, die sich mit der stofflichen Basis der Welt und damit auch der belebten Natur beschäftigt. Ehe sie jedoch kohärente und annähernd realistische Aussagen treffen konnte, musste sie sich von ihrer narrativen Vergangenheit trennen. Über die Jahrtausende entstanden aus Mythen die bis heute immer noch gebräuchlichen Trivialnamen, ehe mit den chemischen Formeln eine singuläre Zeichensprache evolvierte, die nicht nur überall auf der Welt verstanden wird, sondern auch Zugang zur atomaren Welt der chemischen Moleküle erlaubt. Mit diesem Werkzeug lassen sich un-erhörte Einsichten in die belebte Natur ableiten, die im Vortrag beispielhaft illustriert werden. So wird der prinzipielle Beweis erbracht, dass in Gegenwart von Luftsauerstoff der Großteil allen Lebens auf der Erde die „entschleunigte Totaloxidation des energiereichen Kohlenstoffs“ darstellt. Auch Detailfragen werden geklärt: Warum haben Flamingos rote Beine? Warum sind Koalas so „süß“? Warum lösen sich Bäume bei Regen nicht auf? Warum legen Vögel Eier? Warum sollte man seinem Haftrichter Zucker geben? Warum kochen Menschen ihre Nahrung? Woher stammt die Energie in den meisten lebenden Organismen? Und warum sind Menschen so kommunikativ und besuchen eine Samstagsuniversität?
Bei der traditionellen Samstagsuniversität der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (MNF) der Universität Rostock handelt es sich um eine öffentliche Vortragsreihe der vier Institute der MNF, die sich an alle naturwissenschaftlich Interessierten richtet. Die Themen werden allgemeinverständlich dargestellt und sollen zur Diskussion anregen. Die Vortragsreihe findet an vier Samstagen im Semester um 11 Uhr im Hörsaal 1 des Instituts für Physik statt.



