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Zur Geschichte des Institutes für Chemie
Günther Schott, der von 1955 bis 1982 in Rostock Professor für Anorganische Chemie gewesen ist, hat sich intensiv mit der Geschichte der Chemie und ihrer Institutionalisierung auseinandergesetzt.[1] Er konnte zeigen, dass sich auch in Rostock die Chemie im Schoße der Medizin entwickelte und in der Medizinischen Fakultät schon im 17. und 18. Jahrhundert Experimentalvorlesungen in Iatrochemie (auch Chemiatrie = chemische Forschung im Dienst der Heilkunde) angeboten wurden.
Mit Heinrich Friedrich Link (1767-1851) wurde 1792 der der Philosophischen Fakultät zugeordnete Lehrstuhl für Naturgeschichte, Chemie und Botanik besetzt. Link bemühte sich bereits 1806 intensiv um ein chemisches Labor, es wurde jedoch erst 1834 eingerichtet. Er hat sich besonders um die Verbreitung der Ideen von Antoine Laurent Lavoisier (1743-1794) verdient gemacht, dessen Verbrennungstheorie einen wichtigen Markstein bei der Etablierung der Chemie als eigenständige Wissenschaft darstellt. Dieser Rolle der Chemie wurde 1811 Rechnung getragen, nun stand ein reiner Lehrstuhl für Chemie und Pharmazie zur Verfügung.
Die eigentliche Blütezeit des Chemischen Instituts begann Ende des 19. Jahrhunderts unter August Michaelis (1847-1916), der ein bedeutender chemischer Vordenker auf einigen heute in unserem Institut bearbeiteten Forschungsgebieten (z. B. Organo-Phosphor-Chemie) war. Der grandiosen Entwicklung im 19. Jahrhundert folgte eine Spezialisierung, die sich in der Differenzierung der Lehrstühle widerspiegelte. 1916 erfolgte eine organisatorische Aufgliederung in Anorganische und Organische Chemie. Dem Ordinariat unterstanden die Allgemeine, die Anorganische und die Pharmazeutische Chemie (Prof. Paul Pfeiffer). Die Organische und Analytische Chemie unterlag dem Extraordinariat. Mit dem Amtsantritt von Prof. Paul Walden (Ordinariat für Anorganische Chemie) 1919 bekam Prof. Richard Stoermer eine ordentliche Honorarprofessur für Organische Chemie, ein Ordinariat gab es erst unter Prof. Kurt Maurer 1937. In der Physikalischen Chemie gab es anfangs nur Dozentenstellen, apl. Professuren oder ao. Professuren, das erste Ordinariat wurde 1954 mit Prof. Ulrich von Weber besetzt.
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Literatur
[1] G. Schott, Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock, 1969, 18, 981-1017.
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